Das Bild zeigt eine Person bei der Formulierung von Schlussformeln an einem Laptop.

Wann kommt ein Komma nach der Grußformel?

Wir alle bekommen täglich E-Mails und Geschäftsbriefe; und da ist es wieder, ein Komma hinter der Grußformel. Es ist weit verbreitet und viele Menschen fragen sich, ob nach der Grußformel (auch Schlussformel genannt) ein Komma gesetzt wird. Zum Glück gibt es eine Antwort auf diese Frage: Der Duden hat sich bereits eingehend mit dieser Thematik beschäftigt.

Info: Nach einer Grußformel wie „Mit freundlichen Grüßen“ wird kein Komma gesetzt. Eine Grußformel steht in einer Zeile immer frei und wird nicht mit Kommas vom Adressaten abgetrennt.

Komma Grußformel: Ein beliebter Kommafehler

Sicher haben auch Sie schon E-Mails erhalten, in denen nach der Grußformel ein Komma gesetzt wurde. Zu sehen bekommen Sie dann Folgendes:

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr Herr Müller

Falsch: Nach: „Mit freundlichen Grüßen“ ein Komma

Herzliche Grüße,

Maria Maier

Falsch: Nach:„Herzliche Grüße“ ein Komma

Was die Ursache für diesen Zeichenfehler ist, lässt sich nur erahnen. Eventuell haben einige Menschen die Schreibweise aus der amerikanischen Sprache übernommen, in der nach der Grußformel ein Komma gesetzt wird. Einige setzen das Komma womöglich auch, da in der gesprochenen Sprache nach der Grußformel eine Sprechpause erfolgt.

Was schreibt der Duden zu diesem Thema?

Um der Frage nach der richtigen Zeichensetzung näher zu kommen, hilft ein Blick in den Duden:

  • „Die Grußformel […] steht ohne Punkt, Komma oder Ausrufezeichen.“ („Das Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle”, Band 9)
  • „In den folgenden Fällen steht daher kein Komma: zwischen Grußformel und Unterschrift am Ende eines Briefes oder einer E-Mail.“ („Das Handbuch zur Zeichensetzung“)

Wie wird die Grußformel richtig geschrieben?

In Sachen Rechtschreibung ist es immer sinnvoll, den Empfehlungen des Dudens zu folgen. Betrachten wir nun, wie eine Verabschiedung in E-Mails und Geschäftsbriefen richtig geschrieben wird:

Mit freundlichen Grüßen

Gertrud Mayer

Richtig: Nach „Mit freundlichen Grüßen“ kein Komma

Mit besten Grüßen aus New York

Bernd Schneider

Richtig: Nach „Mit besten Grüßen“ kein Komma

Grußformel Teil eines Satzes: was nun?

Bisher wurden nur solche Grußformeln betrachtet, die nach einem vollständigen Satz zum Einsatz kamen. Manchmal kommt es jedoch vor, dass diese mit dem letzten Satz verbunden sind. Wie müssen die Schlussformeln in diesen Fällen aussehen? Der Duden schreibt in solchen Fällen vor, „die reguläre Zeichensetzung“ zu verwenden, inkl. der regulären Groß- und Kleinschreibung („Wörterbuch der sprachlichen Zweifelsfälle“).

Beispiel:

Vielen Dank für das freundliche Telefonat. Auf das Vorstellungsgespräch freue ich mich und verbleibe

mit freundlichen Grüßen

Martin M.

Oder

Wir haben Ihren Sitzplatz für Freitag, den 08. Mai 2030, reserviert und verabschieden uns

mit herzlichen Grüßen

Ihr Reiseveranstalter aus München

Wie an den Beispielen zu sehen ist, stehen auch in Fällen, in den die Grußformeln mit dem letzten Satz verbunden sind, keine Kommas zwischen Schlussformeln und Adressaten. Zu beachten ist hier jedoch, dass die Präposition „mit“, in Sätzen wie diesen, kleingeschrieben wird.

Grußformeln und Kommas im Englischen

Auch im Englischen sind Kommafehler bei Grußformeln häufig zu finden. Um die Frage der richtigen Schreibweise zu beantworten, ist es notwendig, zwischen American English und British English zu unterscheiden. Im American English ist es üblich, nach Anrede und Schlussformel ein Komma zu setzen (manchmal ist nach der Anrede auch ein Doppelpunkt zu finden).

Beispiel:

Dear Olivia,

Yours truly,

Im British English hingegen sind Kommas nach Anrede und Grußformel eher unüblich. Wenn jedoch Kommas gesetzt werden, dann einheitlich. Steht nach der Anrede ein Komma, so gehört auch eines hinter die Schlussformel. Wird nach der Anrede kein Komma gesetzt, so wird auch bei der Grußformel darauf verzichtet.

Grüße in der geschäftlichen Korrespondenz

Auch in Unternehmen werden Texte, E-Mails und Briefe nach den Vorgaben des Dudens verfasst. Weitere Orientierung in der Geschäftswelt bietet die DIN 5008, die weitere Schreib- und Gestaltungsregeln in der Textverarbeitung zur Verfügung stellt.


Ob nach Schlussformeln in Briefen und E-Mails die Kommasetzung erfolgen muss, ist in der DIN 5008 nicht direkt geregelt. Zu finden ist jedoch der Hinweis, dass in Geschäftsbriefen zwischen Schlussformeln und Adressaten eine Leerzeile eingefügt werden muss.


Die Grußformel steht in der geschäftlichen Korrespondenz somit immer frei. Im Duden wiederum ist geregelt, dass nach frei stehenden, im Schriftbild hervorgehobenen Sätzen oder Satzteilen, keine Kommasetzung erfolgt.

Fazit: Nach „Mit freundlichen Grüßen“ steht kein Komma

Auch wenn wir es häufig zu sehen bekommen: Nach Grußformeln wie „Mit freundlichen Grüßen“ steht kein Komma. Dies gilt für alle Briefe, aber auch E-Mails und weitere Dokumente, in der privaten und geschäftlichen Korrespondenz.

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Grußformel?

Die Grußformel (auch Schlussformel) ist eine frei stehende Zeile am Ende eines Briefes oder eine E-Mail. Die Wahl der passenden Verabschiedung hängt vom Anlass des Schreibens ab. Eine Grußformel kommt in einem Brief jeweils nur einmal vor, steht immer frei in einer Zeile und wird niemals mit einem Komma (oder einem anderen Satzzeichen) vom Adressaten abgetrennt.

Welche Grußformel in einer Bewerbung verwenden?

Viele Bewerber nutzen auch weiterhin die Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“. Hiergegen ist formal nichts einzuwenden, obgleich diese Schlussformel etwas abgegriffen wirkt. Wichtig zu beachten ist, dass die Grußformel „Mit freundlichen Grüßen“ stets ohne Komma in einer freien Zeile steht. Schließlich möchten Sie sich nicht mit einem Schreibfehler verabschieden.

Was ist die beste Grußformel für Geschäftsbriefe?

In Geschäftsbriefen ist es nach wie vor üblich, auf klassische Schlussformeln zurückzugreifen. Verabschiedungen wie „Mit freundlichen Grüßen“ oder „Freundliche Grüße“ klingen stets korrekt und seriös. Bei bereits bekannten Kontakten bringen individuelle Schlussformeln jedoch mehr Lockerheit ins Spiel: Bsp.: „Mit freundlichen Grüßen aus München“, „Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende“.

Grußformel und Name in einer Zeile: Kommt hier ein Komma?

In Geschäftsbriefen stehen Name und Grußformel nie in einer Zeile. Schlussformeln wie „Viele Grüße, Ihr Herr Müller“ sind darum nicht korrekt. Eine Grußformel steht immer frei in einer Zeile, wobei nach der Schlussformel niemals ein Komma gesetzt wird. Der Adressat steht nach der Schlussformel in einer eigenen Zeile.

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