Mit dem Flesch-Index die Lesbarkeit verbessern: So wird es gemacht!

Das Bild zeigt eine Lupe und den Text: Lesbarkeitsindex und Flesch IndexTexte für das Internet unterscheiden sich von anderen Textarten: Zum einen hat es der User im Internet meist eiliger als der Leser eines gedruckten Buches. Darum ist wichtig, dass Texte auf einer Website leicht lesbar sind. Zum anderen tummelt sich im Netz eine breite Leserschaft, die sich in Sachen Alter, Lebenserfahrung und Textverständnis deutlich unterscheidet.

Darum spielt beim Texten fürs Web neben den Textinhalten und der Webseitengestaltung auch die Verständlichkeit eine wichtige Rolle. Die Lesbarkeit eines Textes kann anhand des Flesch-Index (auch: Lesbarkeits-Index oder auf Englisch: Flesch-Reading-Ease) ermittelt werden. Leicht lesbare Texte erreichen auf der Flesch-Skala Werte zwischen 50-100 Punkten.

Wozu ist der Flesch-Index gut?

Der Flesch-Index und andere Lesbarkeitsindices haben zum Ziel, die Lesbarkeit eines Textes zu erfassen und darzustellen. Lesbarkeitsforscher gehen davon aus, dass eine gute Erkennbarkeit von Buchstaben und Zeichen die Grundlage für die Lesbarkeit eines Textes bildet. Die Lesbarkeit wiederum ist die Vorstufe zur Verständlichkeit eines Textes, so die Meinung vieler Forscher. Ein Lesbarkeitsindex basiert stets auf Formeln, die für seine Berechnung herangezogen werden.

Heutzutage interessieren sich nicht nur Sprachwissenschaftler für den Flesch-Index, sondern auch Betreiber von Marketing-, Text- und Suchmaschinenagenturen. Einige Texter gehen davon aus, dass der Flesch-Index für eine gute Positionierung im Google-Ranking von Bedeutung ist und dass ein leicht verständlicher Text eine Zielgruppe besser erreichen kann. Während Juristendeutsch und Amtssprache viele Menschen abschreckt, ist die Sprache in Comics, Kochrezepten oder Werbetexten auch für breitere Bevölkerungsschichten leicht nachvollziehbar.  

Wie wird der Flesch-Index berechnet?

Der Flesch-Index gibt an, wie gut die Lesbarkeit eines Textes ist. Für die Lesbarkeit sind zwei Faktoren wichtig: die Anzahl der Silben pro Wort (ASL) und die Satzlänge (ASW). Der Flesch-Wert wird anhand dieser Parameter mit einer speziellen Formel berechnet. Die Formel wurde vom Österreicher Rudolf Flesch entwickelt. Neben der Lesbarkeitsformel von Flesch gibt es noch weitere Formeln, z. B. die Wiener Sachtextformel oder den Gunning-Fog-Index. Doch die Formel von Flesch ist die berühmteste und hat sich bei Schriftstellern und Marketing-Agenturen einen Namen gemacht.

Die Flesch-Formel auf den Punkt gebracht

Ursprünglich wurde die Flesch-Formel für den englischen Sprachraum entwickelt. Da die Wörter im Englischen vergleichsweise kurz sind, musste die Formel an die deutsche Sprache angepasst werden. Inzwischen gibt es Flesch-Formeln für den deutschen Sprachraum als auch für viele weitere Sprachen (Niederländisch, Spanisch, Französisch, Dänisch usw.). Die deutsche Formel lautet folgendermaßen:

  • FIesch-Index deutsch = 180 ASL 58,5 x ASW
  • ASL = durchschnittliche Satzlänge in Wörtern
  • ASW = durchschnittliche Anzahl von Silben pro Wort

Die genannte Formel ermittelt die Lesbarkeit eines Textes. Über die Qualität der Textinhalte sagt sie jedoch nichts aus. Obwohl es für den deutschen Sprachraum eine eigene Flesch-Formel gibt, setzen einige Anbieter von Online-Tools auf die englische Formel. Wird die englische Flesch-Formel auf deutsche Texte angewandt, werden niedrigere Werte angezeigt. Manche Anbieter von Lesbarkeits-Tools halten diese niedrigeren Werte für realistischer.

Der Flesch-Index in einer Tabellenübersicht

Tabelle 1: Wer versteht welche Texte?

Flesch-IndexAlterSchwierigkeitsgrad
80-100ab 5 JahreWerbeslogan
60-79ab 10 JahreKochrezept
50-59ab 15 JahreBoulevardzeitung
40-49Tageszeitung
20-39Fachzeitschrift
00-19Amtssprache, wissenschaftlicher Artikel usw.

Was sagt der Lesbarkeitsindex aus?

Der Flesch-Index kann Orientierung bieten und einem Autor bzw. Webtexter bewusst machen, dass er beim Schreiben an seine Zielgruppe denken soll. Gerade bei Texten, die eine breite Leserschaft ansprechen, ist ein hoher Flesch-Wert von Bedeutung. Zu diesen Textgattungen gehören beispielsweise Werbetexte – aber auch Kochrezepte, Comics und Boulevardzeitungen. Der Flesch-Index sagt allerdings nichts über die inhaltliche Qualität aus. Ein Autor kann sich darum nicht blind auf Online-Tools verlassen, die den Fleschwert ermitteln. Der Texter muss die Lesbarkeit wiederholt prüfen und nach und nach verbessern.

Wie lässt sich ein hoher Flesch-Wert verringern?

Wenn Sie in Ihren Texten einen hohen Flesch-Wert feststellen, dann verkürzen Sie zunächst die längsten Wörter. Zudem können Sie schwierige Wörter auch einfach durch mehrere einfache ersetzen. Verwenden Sie mehr Verben und weniger Substantive. Teilen Sie lange Schachtelsätze in mehrere kurze Sätze auf. Einen anspruchsvollen Text kurz und knapp zu gestalten ist gar nicht so einfach. Doch der Aufwand lohnt sich. Die Lesbarkeit wird durch Vereinfachung des Satzbaus deutlich verbessert!

Flesch-Reading-Ease und Suchmaschinenoptimierung

Google hat nicht bestätigt, dass der Flesch-Index ein Ranking-Faktor ist. Doch einige SEO sind der Überzeugung, dass Texte mit einem höheren Flesch-Wert besser ranken. Im Online-Marketing hat der Flesch-Index darum einen festen Platz. Auch wenn es Google offenlässt, inwiefern seine Algorithmen die Lesbarkeitsindices in Betracht ziehen: Für den Leser haben leicht verständliche Sätze allemal Vorteile, da sich die Nutzerfreundlichkeit durch leserfreundliche Texte erhöht. Einige Online-Tools achten darum auf eine leichte Lesbarkeit und eine gute Textstrukturierung. Einige Tools beziehen den Flesch-Index direkt in ihre Berechnungen mit ein.

Kostenlose Tools für die Textanalyse

Im Netz gibt es einige Gratis-Tools, die den Flesch-Wert ermitteln. Zu den bekanntesten Tools für die Textanalyse gehören:

  • fleschindex.de

Einfaches, aber bewährtes Tool, das den Flesch-Index schnell und einfach online berechnen kann. Kostenlos und ohne Anmeldung nutzbar.

  • leichtlesbar.ch

Ähnlich wie das erste Tool. Text per Copy & Paste einfügen, dann Lesbarkeit ermitteln. Keine Anmeldung notwendig. Kostenlos.

Zwar nicht kostenlos, dafür ein interessantes Konzept: das Tool von visual-matter.com. Das Tool bietet neben einer Lesbarkeitsanalyse nach Flesch auch eine Stimmungs- sowie Genderanalyse u. v. a. m. Kostenlose Testversion verfügbar.

Das SEO-Plugin Yoast SEO kann ebenfalls einen Wert für die Lesbarkeit berechnen. Dazu einfach unter Dashboard –> Funktionen die Lesbarkeitsanalyse aktivieren. Die Werte werden unter jeder Seite/jedem Beitrag durch das Klicken des Reiters Lesbarkeit angezeigt.

Fazit:

Nicht jeder Autor muss bei seiner Arbeit einen Lesbarkeitsindex beachten. In Fachzeitschriften gibt es meist keinen Grund, auf eine einfach Sprache zu achten. Im Marketing kann es jedoch sinnvoll sein, über die Zielgruppe nachzudenken und Texte bei Bedarf hinsichtlich der Lesbarkeit und Verständlichkeit anzupassen. Die hier vorgestellten Tools können dann dabei helfen, Texte verständlicher und nutzerfreundlicher zu gestalten und deren Lesbarkeit zu verbessern.

Häufig gestellte Fragen

Wie beim Flesch-Reading-Ease auch handelt es sich bei der Wiener Sachtextformel um einen Lesbarkeitsindex. Der Index wurde 1984 von den Sprachwissenschaftlern Bamberger und Vanecek entwickelt und ist prädestiniert für deutschsprachige Texte. Er gibt an, für welche Schulstufe ein Text geeignet ist. Die Skala reicht von 4-15, wobei 4 eine leichte und 15 eine schwere Lesbarkeit kennzeichnet.

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