Bild zum Thema Schreibfehler korrigieren und Wahrnehmungspsychologie.

Schreibfehler korrigieren: Warum wir Buchstabendreher übersehen!

Wer häufig Texte schreibt, kennt das Problem: Direkt nach dem Schreiben fällt das Korrigieren oft besonders schwer. Das Gehirn schaltet auf Autopilot! Viele Autoren handeln darum nicht selten nach dem Prinzip „besser eine Nacht über den Text schlafen“. Doch warum ist das so? In diesem Artikel soll geklärt werden, warum das Gehirn bei der Korrektur von Texten auf Durchzug schaltet und wie sich Schreibfehler am besten korrigieren lassen.

Der Autopilot: Darum ist es schwierig, Schreibfehler zu korrigieren!

Von Kindheit an begegnen wir Wörtern, denen eine bestimmte Bedeutung zugeordnet wird. Da uns geschriebene Wörter seit unserer Schulzeit begegnen, hat sich die Schreibweise vieler Begriffe in unser Gehirn eingebrannt. Meist genügt es bereits, die Silhouette eines Begriffes zu erfassen, um dessen Bedeutung zu erahnen. Da unser Gehirn Energie sparen möchte, lesen wir Wörter i. d. R. nicht Buchstabe für Buchstabe, sondern schließen aufgrund von Erfahrungen vom Aussehen auf deren Bedeutung. Hier einige Beispiele …

Beispiel 1:

Wer in einem Text auf die Buchstabenkombination A.g.la M.rk.l trifft, wird schnell merken, dass damit die Person Angela Merkel gemeint sein könnte; insbesondere dann, wenn diese Zeichenfolge in einem politischen Kontext auftritt.

Weitere Beispiele für die Funktion der Mustererkennung

Die Mustererkennung unseres Gehirns ist der Grund dafür, weshalb wir Fehler in Texten überlesen. Unser Gehirn hat die richtige Schreibweise bereits gespeichert und korrigiert für uns fehlerhafte Begriffe direkt im Kopf. Die Auto-Korrektur des Gehirns funktioniert am besten, wenn uns Begriffe und Kontext eines Textes vertraut sind (also z. B. direkt nach dem Schreiben eines Textes).


Beispiel 2:

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Damit die Mustererkennung funktioniert, ist es wichtig, dass der erste und der letzte Buchstabe an der richtigen Stelle steht. Alternativ können Buchstaben auch durch Zahlen ersetzt werden …

Beispiel 3:

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Info: „Die Auto-Korrektur des Gehirns funktioniert am besten, wenn uns die Begriffe und der Kontext eines Textes vertraut sind (also z. B. direkt nach dem Schreiben eines Textes …)“.

7 Tipps für die Korrektur von Schreibfehlern

Der größte Gegner beim Korrekturlesen ist die Mustererkennung! Damit es trotzdem klappt mit dem Prüfen und Korrigieren von Schreibfehlern, hier noch ein paar Tipps für die Korrektur von Texten.


1. Den Text eine Nacht oder länger liegen lassen.

2. Den Text abdecken und Zeile für Zeile lesen.

3. Den Text Buchstabe für Buchstabe lesen.

4. Die Inhalte beim Korrigieren laut vorlesen.

5. Eine andere Person bitten, Korrektur zu lesen.

6. Rechtschreibprogramme verwenden (z. B. das Duden-Plugin).

7. Mehrere Korrekturdurchläufe durchführen.

Fazit: Den Autopiloten umgehen!

Wer Schreibfehler korrigieren möchte, muss es mit dem Autopiloten aufnehmen! Eine Nacht über einen neuen Text zu schlafen ist da schon mal eine gute Idee. Umso mehr Abstand zum frisch geschriebenen Text, desto besser. Korrekturprogramme oder das Lesen Buchstabe für Buchstabe können gleichzeitig dabei helfen, eine Korrektur vorzunehmen, wenn die Zeit einmal knapp ist.